Ecuador

Datum: Samstag, 18. Mai 2019, Position: Salinas, La Minga Hostal Equador, Stimmung: Top!!

Equador: Du Unterschätzte!

Ich weiß grad nicht wo!
Ich weiß grad nicht wo!

Ihr Guten, Schönen und Lieben!


Die Straße hat uns zurück! Seit Dienstag sind wir wieder unterwegs, und es fühlt sich sooo toll an! 


Atemberaubende Landschaften. Vulkane schneebedeckt. Unglaublich schöne gewundene Straßen, manchmal in Stein und Sand übergehend und mit Schlaglöchern, die man im Nebel kaum erkennen kann. Der Beiwagen und ich müssen so einigen Rumps einstecken. Doch die Dicke fährt so gut wie nie. Das Polizeigetriebe zahlt sich aus. Die Kupplung wird weniger gestresst. Bei 4000 m kommt aber auch die Q in Luftnot. Toshi wird immer besser im Nehmen von ungeteerten, rauen, löchrigen und steinigen Straßen. Besonders die steilen Abwärtsrouten fangen ihm an, richtig zu gefallen!


Obwohl wir uns teilweise bei 9°C und zunehmender Atemlosigkeit und Kopfweh bei 3500 m Höhe, heute waren es 4400m,  herumtreiben, sind diese immens hohen Berge und tiefen Gebirgseinschnitte, die an uns vorbei ziehen, unfassbar. Ich fühle beim Anblick solch eines Riesen wie dem Vulkan Chimborazo mit seinem weißen Samtmantel sowas wie Ehrfurcht und Demut. Ein Knaller!


Die Bergmenschen sind für mich ein weiterer Grund, Glück zu empfinden. Sie leben in z.T. noch in traditionellen Strohhütten, die uns an Hütten in Afrika erinnern. Klaro, wird auch hier gebaut. Nicht ein Haus, sondern erst ein Raum, und dann wird erweitert. Verkehrsmittel sind Mopeds, Esel und auch Pferde. Alles tummelt sich an den Straßen entlang. Als wäre dort das Gras grüner. Unsere ersten frei lebenden Lamas haben wir heute gesehen. Nicht im Zoo. Einfach so in der Landschaft. Schwein, Esel, Pferd, Kühe oder Schaf, was es manchmal auch gefährlich macht. Die Menschen, insbesondere die Kinder sind nach wie vor das Beste: Sie pfeifen, rufen und schreien vor Spaß! 


Die Frauen tragen Hut. Und zwar sehr stolz und völlig selbstverständlich. Auf der Seite, wo sich Salinas befindet, wird gern weiß und rund getragen. Auf der anderen Seite der Panamerikana wird gern schwarz, spitz und hoch getragen. Ingendwie wie ein Fidora. (Und ich denke so oft an Dich, Elsa: Du würdest es hier lieben! Ich glaube, es wäre genau deins!) .Die Frauen in den Bergen sind sehr traditionell gekleidet in Rock, Pullover, grell farbigem Umhang und Hut. Die Babys werden unter Decken auf dem Rücken getragen. Unter teilweise genauso grellbunten Decken während die Mütter die Kühe und Kälber über die Wege begleiten. 


Hier in den Bergen wird Land- und Viehwirtschaft betrieben. Käse ist der große Renner, und unter anderem auch Schweizerkäse. Aber besonders der Salinas Käse ist in ganz Ecuador bekannt. Es wird sogar Käsefondue angeboten. Also könnt ihr ermessen, wie hoch wir sind, wie kalt es hier ist und auch wie allgäuisch oder österreichisch es hier ist. Und dann auch wegen der Höhe und der anderen Vegetation doch so anders als im Allgäu oder in Österreich. 


Die letzten Tage waren eher im Nebel, regnerisch und kühl. Zum Glück hatte ich meine elektrisch beheizte Jacke und meinen Poncho über dem Seitenwagen, die mir helfen, mich bei Wind und den Temperaturen warm zu halten. So mancher Abschnitt unserer Route wäre kaum auszuhalten gewesen.


Ok, was war seit wir unsere zwei Lieben, Court und Sylvan verlassen haben. 


Ich war sehr traurig, Sylvan and Court zu verlassen. Beide sind so selbstverständlich gastfreundlich. Ich bin nicht sicher, ob ich das so hinkriegen würde. Sie haben sich sogar bei HBO angemeldet, damit ich Games of Thrones sehen konnte. Ich liebe Euch, Jungs! Und wir werden uns wiedersehen! In France oder Germany?


Also die letzten Tagen in Kürze:


Nachdem wir die Jungs in Quito verlassen hatten, sind wir zum Mitad del Mundo gefahren. Äquator zum 4. Mal. Legin und Toshi sind so enthusiastisch, wenn es darum geht, die Sekunden und Höhenmeter festzustellen, und sich gegenseitig zu toppen, was wer auf dem Navi wann gesehen hat. Sie können es sich immer wieder auf’s Neue zu erzählen. Männerding?! 


Wir erreichten Mindo und das Hostal  “Melyang” nach einer sehr schönen, aber nebeligen Fahrt durch mittelhohe Berge. Leider sind wir doch zwei Monate hinten dran, um gute Sicht zu haben. Es ist jetzt Herbst geworden, und deshalb ist es oft nebelig und kalt. 


Mindo ist es ganz normales Dorf mit einigen wenigen Touristen, die in dieser Jahreszeit Vögel beobachten oder wandern gehen. Beides ist eher mit Laufen verbunden, was ja nicht so meins ist. Doch es ist trotzdem so, das wir so manchen Vogel auch ohne zu wandern gesehen haben. In Mindo können über 100 Arten von Vögel gesehen werden. Und viel gewandert werden. 


Am nächsten Tag haben wir eine wundervolle Strecke Richtung Volcano Cotopaxi genommen, und fanden eine gemütliche Finca, wo wir ein sehr einfaches, aber gutes Abendessen bekamen, und ein Kaminfeuer am Abend. Das tat gut, denn es war ziemlich kalt. Den Vulcano sahen wir erst am nächsten Tag. Wir machten noch ein Spaziergang, doch der Vulcano war nicht zu sehen.


Uns wurde ein wundervoller Rundtrip empfohlen, der uns durch noch höhere Berge und schöne Landschaften führte hin zu einem Kratersee, der Lago Verde in Quilotoa. Flash! Eisig kalt da oben, aber ein Fest für die Augen. 


Abends gestrandet sind wir dann in einer Stadt gelandet, die Latagunca heißt und zu der eigentlich nichts weiter gesagt werden muß. Das Hostal war ok, der Parkplatz für die Bikes sicher. Das ist ja immer das Wichtigste. 


Gestern machten wir uns wieder in die Berge auf. Diesmal ein Ausflug rund um den Vulkan Chimborazo. Am Anfang war das Wetter ziemlich super, dann fuhren wir in den Nebel und schließlich erreichten wir das Käse- und Schokoladenstädtchen Salinas bei Regen. Leider war nicht mehr viel von der schönen Umgebung zu sehen. Aber heute morgen ist strahlender Sonnenschein mit Knallereffekt für die Augen und das Gemüt.


Jetzt geht es bald weiter Richtung Baños. Ein Ort, der am Anfang des Amazonas liegt und über heiße Quellen verfügt. Gehe mal davon aus, das es dort auch wieder ein wenig wärmer ist.


Alles in allem finden wir Equador den Brüller!


Trotzdem vermissen wir euch! Wir lieben Euch


Heike und Toshi


  






 

Ecuador, die Schöne!















Datum: Montag, 13. Mai 2019, Position: Quito, Ecuador Freedom Bike Rental, Stimmung: Gut!

In den Startblöcken!

Ein Blick in die Altstadt von Quito
Ein Blick in die Altstadt von Quito

Ihr Lieben, Guten und Schönen!


Heute wird es nur ein kurzer Eintrag: Denn soviel Neues gibt es nicht zu berichten. Wir stehen quasi in den Startlöchern, um Equador unter die Räder zu nehmen. Legin wartet noch auf ein Ersatzteil und seine neue Box für sein Motorrad. Andi von den Equador Freedom Bike Rental hat uns gestern die schönsten Strecken auf der Landkarte markiert. Nach 4 Wochen kann es endlich zurück auf die Strasse gehen! Smile!


Unsere letzten Tage auf den Galapagos haben wir recht gemütlich verbracht. Legin war sehr beschäftigt damit, eng in Kontakt mit seinen Kindern wegen dem Tod seines Schwiegersohns zu stehen. Von daher war es für ihn wichtig, sich nahe eines guten WiFi’s aufzuhalten.  


Wir waren deshalb oft am Meer und auf der Hafenpier, um das geschäftiges Treiben von Weltumseglern, die im Hafen vor Anker lagen, und das Tierleben beobachten zu können. Dabei schwomm doch tatsächlich ein ca. 2 m langer Schwarzflossenhai im Hafenbecken mit der Flosse aus dem Wasser stehend. Echt obercool. Wie im Film “ Der weiße Hai”. Auch fesselten uns Fregattvögel, die sich zum Fangen von Fischen vereinen, und wie Blitze ins Wasser schießen. Stunden konnten wir dort verbringen.


In Quito wieder gut gelandet, haben wir uns Samstag die Stadt angeguckt. Quito ist überschaubar, angenehm in der Atmosphäre, mit einem historischen Altstadtkern, der gesucht werden will, einem Engel auf einem der umliegenden Berge, vielen Kirchen, davon eine völlig mit Gold überschüttet. Neben der Altstadt besuchten wir ein sehr angesehenes alternatives Viertel mit Ökomarkt, kommunalem Kino und vielen tollen Restaurants, wo wir in einem köstlichst zu abend aßen.


Seid gestern sind auch Court und Sylvan von ihrem Motorradtrip zurück, und das Haus ist wieder lebendig mit Lachen und Leben! Die Hunde sind wie ausgewechselt, voller Übermut und auch wieder hungrig. Sie haben die beiden total vermisst. 


Heute nacht um 4h hiesiger Zeit, um 11h dortiger Zeit war in Schottland die Beerdigung von Legin’s verunglückten Schwiegersohn, die er Dank der Technik mitverfolgen konnte. Nun konnte er endlich auch trauern, was die ganze Zeit nicht möglich war. 


Dann sage ich mal bis bald! Habt alle eine gute Nacht! Wir lieben und vermissen euch!


Heike und Toshi


 

Datum: Samstag, 4. Mai 2019, Position: Galapagos, Isabela, Puerto Villamil, Hostal Brisas del mar, Stimmung: Top!!

Galapagos

Löchrige Lava: Los Túneles
Löchrige Lava: Los Túneles

Ihr Lieben, Guten und Schönen! 


Bevor ich jetzt all die kleinen Eindrücke vergesse, schnell noch einen Eintrag. Da wir viel unterwegs sind, das Internet hier schrecklich langsam ist, insbesondere am Abend, wenn wir zurück im Hostal sind und Zeit hätten, kommen die Blogeinträge gerade etwas zu kurz oder fallen kurz aus. 


Eines möchte ich aber voraus schicken: Das Archipel Galapagos ist wunderschön! Es ist unbeschreiblich, all die Wasser- und Landtiere in ihrer Umgebung, ohne Scheu vor uns, beobachten zu können. Zu erleben wie ein Seehund an Land schwimmt, aus dem Wasser kommt, neben mir auf die Bank klettert, und sich putzt, kratzt, niest oder gähnt. Ein Auge öffnet, wenn wir mit einer Tüte rascheln. Ich liebe Tiere. Oder Dir eine 1m im Durchmesser große Landschildkröte über den Weg läuft bzw. Einen Schritt tut, stoppt und so weiter. Ich konnte genau den Panzer, die beschuppten Beine und das Gesicht sehen. Ganze 20 cm von mir weg. Oder wie eine Andere genüsslich ein Bad im Mangroventeich nimmt oder sich eine wieder Andere schmatzend über einen Baumpilz hermacht. 


Gestern konnten wir sogar Pinguine im Hafen schwimmen sehen. Es gibt nur eine endemische Art von Pinguinen auf den Galapagos, die ziemlich klein sind. Unser Ausflug brachte uns zu den Lavatunnel und auf der 45-minütigen Bootsfahrt  sahen wir Mantas springen und fliegen; im Durchmesser von 2-3 Metern. Einzigartig! Wow!


Toshi schnorchelte durch diese sogenannten Tunnel, die nicht wirklich Tunnel sind, und sah Haie und Seepferdchen, die ein grün algenartiges Kleid trugen und kaum als Tiere zu erkennen waren. Gute Tarnung! Er war ganz beseelt als er nach einer Stunde in den Tunnel schnorchelnd wieder zurück an Bord kam.


Die Tunnel müsst ihr euch vorstellen, sind durch flüssige Lava ins Meer fliessend entstanden. Dort kühlte die Außenschicht schnell ab, und die innere Lava floss weiter ins Meer. Dadurch entstand eine Röhre, die dann irgendwann wie ein Dach einstürzte. Über manche dieser Röhren kann spazieren gegangen werden und es herrscht eine merkwürdig karge Vegetation bestehend aus Kakteen, Mangroven, Gräsern und Bodenbedeckern mit gelben und weißen Blumen. In anderen Tunnel kann wie gesagt geschnorchelt und getaucht werden. In oder unter den Lavatunneln leben die Haie, die 1,5 m und größer sein können. Toshi erzählte, das ein 1m langer Hai um ihn herum geschwommen ist. Eine Wasserschildkröte war mit der Gruppe mitgeschwommen. Und das neben allerlei bunten Fischen! 


Imposant ist auch die vielfältige Vogelwelt. Besonders beeindruckend sind die blaufüssigen Boobies, Finken, Pelikane, Fregattvögel und Möwen, die wie übergroße Schwalben aussehen. Die einen haben weiße, die anderen rote Hälse. Ansonsten sind sie schwarz. 


Bevor wir die Inseln erreichten, stellte ich sie mir wie thailändische Inseln vor. Palmenbedeckte Strände, ruhige See und durch und durch grün. Doch es ist sehr anders hier. 


Raue See lässt die Bootsfahrten zu wahren Abenteuer werden. Wäre ich jetzt nicht schon Einiges gewöhnt, hätte ich Angst. Entweder springt der Rollstuhl auf den Wellenkämmen oder ich im Rollstuhl. Anschnallen ist is ja nicht. Die Landschaft ist karg und trocken. Nur hier im Dorf finden sich Palmen. Allerorts gibt es Mangroven. Es ist heiß (30°C und mehr), die Sonne stechend, und die Luftfeuchtigkeit ist schweißtreibend hoch. Die fünf Vulkane, die sich auf Isabela befinden, sind im Moment nie zu sehen. Über ihnen ist es wolkig, die Sicht verdeckend. So ersparen wir uns eine Tour dort hin. Vermutlich würde ich sowieso dort im oder am Tourbus warten müssen. 


Rollstuhltauglich sind die Galapagos wahrlich nur bedingt. Die meisten Sehenswürdigkeiten müssen erlaufen oder per Boot erreicht werden. Das heißt für uns: Vom Pier, ich im Rollstuhl, in ein kleines Boot übersetzen, das uns dann zu einem größeren Boot bringt. Wir setzen dann, ich widerum im Rollstuhl sitzend, auf offener See über. Immer wieder aufregend, doch auch immer weniger. Das Motorrad reisen, hat meine Muskeln doch mehr trainiert als ich je angenommen hätte.  


Die meisten Inseln können nur mit Cruiseships erreicht werden, die unbezahlbar sind. Drei Inseln sind per Boot bequem erreichbar. Wege gibt hier auf Isabela nur bis zu einem bestimmten Grad. Das wird sich vermutlich in den nächsten Jahren zusehends ändern. Denn die Touristenströme nehmen zu, die Infrastruktur ebenso. Das ist jetzt schon erkennbar. Es wird viel gebaut hier auf Isabela: Strassen, Gehwege, Häuser. Kunstrasen ist hier im Ort auf dem Hauptplatz ausgerollt. Nur ein Teil ist geteert, sonst Sandwege. Nur, um ein paar Eindrücke zu nennen.


Für mich heißt es bei Touren im Boot warten. Das war zunächst sehr ernüchternd. Brauchte ein wenig, um das zu realisieren. Immerhin konnte ich durch den Nationalpark auf Isabela bis zur Mauer der Tränen kommen. Zwar ein Gravelweg und 10km hin und zurück, aber machbar. Am Ende des Parks gab es von 1946 bis 1959 ein Gefängnis. Die Häftlinge erbauten diese sinnlose Mauer der Tränen. 


Toiletten und Bäder sind im Mittel klein. Häufig putze ich meine Zähne oder wasche mich außerhalb vom Bad. Duschen geht häufig gar nicht. Was ich jetzt nicht so schlimm finde. Die Klo-Nummer ist schon schwieriger, und bedarf kalkuliertes Trinken. Das gilt aber für ganz Mittel- und Südamerika. Es bedeutet harten körperlichen  Einsatz von meiner Begleitung und mir selbst. 


Aber wo ein Wille ist ein Weg! Und die Tiere kommen ja von sich aus zu uns oder sind einfach da, wo wir entlang gehen! Es ist für mich bisher das Highlight unserer fast 10-monatigen Reise! 


Wir haben jetzt noch 6 Tage auf den Galapagos. Legin wird morgen tauchen gehen. Wir gucken mal. Toshi möchte seine Schnorchelerfahrung gerne vertiefen. Am Montag geht es zurück nach Santa Cruz. Mal sehen, was wir dort noch erkunden können. Am Freitag geht es dann per Taxi und Boot zum Flughafen Baltra, der sich auf einer kleinen anderen Insel befindet. Der Flieger  bringt uns nach Quito zu unseren Bikes und zu Sylvan und Court zurück. Vermissen die Jungs!


Und Euch auch ganz dolle! Schönen Sonntag morgen! Wir lieben euch!


Toshi und Heike  

Galapagos, die zweite























Datum: Montag, 29. April 2019, Position: Hostal El Descanso Del Petrel, Puerto Ayora, Santa Cruz, Galápagos, Stimmung: Gut!

Ein wahrer Traum

Groß: Galapagos Landschildkröten
Groß: Galapagos Landschildkröten

Ihr Lieben und Guten!


Tja, es war ein Traum, und jetzt ist er wahr geworden. Wir sind vorgestern auf den Galapagosinseln gelandet. Und schon am ersten Tag haben wir, vom Steg im Fährhafen aus nicht nur Meeresschildkröten, sondern auch Haie (kleine, vielleicht Weiß- oder Schwarzspitzen), rote Krebse, Seelöwen und noch andere, kleiner Fische gesehen. Auf einem kleinen Stadtrundgang sind wir dann noch Meeresleguanen begegnet, und gestern waren wir in der Darwin Forschungsstation wo Landschildkröten gebrütet werden, und auch ausgewachsene Exemplare von nahem zu sehen sind. Imposante Erscheinungen!


In einer Stunde starten wir auf unsere erste Bootsexkursion die Küste entlang. Morgen setzen wir nach Isabela über, und wollen dort einige Exkursionen machen.


Galapagos ist wirklich toll! Überschattet wird unsere Freude allerdings von einem Trauerfall in Legin’s Familie, der ihn und auch uns sehr beschäftigt und bedrückt. Wir versuchen, ihn so gut es geht zu unterstützen. Auch wenn das so gar nicht zu den tollen Eindrücken dieser Inselwelt passt, versuchen wir, für uns alle das Beste draus zu machen.


Ich will versuchen, ein paar Bilder hochzuladen. Da leider das Internet im Hostel eher schlecht als Recht ist, kann es sein, dass es nicht allzuviele werden. Hoffen wir das Beste.


Euch allen liebe Grüße aus dem Paradies der (hier doch eher weniger kuscheligen) Tiere.


Heike & Toshi











Datum: Mittwoch, 24. April 2019, Position: Quito, Ecuador Freedom Bike Rental, Stimmung: Top!!

Happy days

Auf dem Hof von Ecuador Freedom Bike Rental
Auf dem Hof von Ecuador Freedom Bike Rental

Ihr Lieben, Guten und Schönen dieser Welt, wo immer ihr euch befindet!


Eigentlich hatte ich ja geschrieben, das wir jetzt unterwegs sind und nicht mehr so viel zum Schreiben kommen. Nun, das war der Plan, und nun sind wir seit Sonntag bei Court und Silvan in Quito. Sie sind die Besitzer von Ecuador Freedom Bike Rental. Bezaubernd, gastfreundlicher kann eigentlich keiner mehr sein und völlig entspannt. Im Haus wohnen noch die zwei Hunde PhiPhi und White boy. Mehr Kinder als Hunde. Court kommt aus Boston und Silvan aus Lyon. Sie haben seit 10 Jahren ihr Unternehmen, und scheinen sehr erfolgreich mit ihren Touren. Also, wer gerne eine Tour in Ecuador machen möchte oder ein Problem am Motorrad hat, wende sich an die Beiden. Ganz wunderbare Menschen! Highly recommended, wie es so schön heißt.


Eine Menge sehr netter Menschen arbeiten hier, wie z.B. ein superfitter Mechaniker, Tourguides, Sekretärinnen, und nicht zuletzt die Hausfee Mariana. Das Klima untereinander ist freundlich, humorvoll und herzlich. Heute kommt hoher Besuch. Nämlich der Chef von BMW Ecuador! Scheint wichtig zu sein! 


Wir wollten hier eigentlich nur die Restarbeiten am Motorrad vornehmen, und dann weiter reisen. Das ist auch geschafft. Und dann haben sie uns Court und Silvan spontan eingeladen zu bleiben, und jetzt sind wir schon drei Tage hier und bleiben noch bis Samstag. Es regnet viel und häufig, und es hat 14°C, so das wir mehr oder weniger häuslich sind. Über Tag gehen wir alle, nebst Legin, unserer Wege nach. Abends kochen und essen wir zusammen. Danach lümmelt alles auf der Couch herum. Ist schon verrückt, wie schnell das so mit manchen Menschen gehen kann. Als ob wir uns seit jeher kennen würden. Kaum zu toppen.


Also nutzen wir die Zeit, um unseren Trip nach Galapagos zu organisieren, Haare zu schneiden, Chips der Kamera auf die Festplatte zu übertragen, und anderen Kram zu tun. Nigel kommuniziert viel mit seiner Tochter Nikita. Denn sie wird Ende Juni mit ihren zwei Söhnen (7 und 12 Jahre) nach Peru kommen, ein Motorrad leihen und wir alle zusammen werden ein bisschen reisen. Mit Kindern reisewird sicher eine ganz neue Erfahrung werden! 


Ja, und die M&Ms, sehr von uns geliebte Motorradfreunde aus Deutschland haben angekündigt, uns in Santiago de Chile zu treffen. Sie werden sich vermutlich, wenn es denn klappt, auch Motorräder leihen, und 2 Wochen mit uns reisen! Juhu!


Jetzt aber freuen wir uns alle erstmal darauf, am Samstag für zwei Wochen auf die Galapagos Inseln reisen zu dürfen. Ein Traum wird für mich wahr! Wir werden viele Bilder machen. Versprochen!


Ihr Lieben ganz zum Schluß: Der Big big boss von BMW Ecuador wollte uns grad kennen lernen. Wir haben nett geplaudert. Wer weiß wofür das gut war!


Fühlt Euch geküsst und umarmt!


Heike und Toshi



Datum: Sonntag, 21. April 2019, Position: Tababela Equador, Stimmung: Top!!

Frohe Ostern euch Allen!

Zwischen Neuava Loja und Quito
Zwischen Neuava Loja und Quito

Ihr Guten, Schönen und Lieben!


Wir wünschen euch allen erstmal frohe Ostern! Für manche ist das ja nicht so wichtig, für andere mehr. 


Für uns ist Ostern weit weit weg, doch unser Ostergeschenk hat uns Stefan direkt nach Quito gebracht. Nebenbei er hat mir unglaublich viele Tüten Haribo Colorado und Katjes Pfoten mitgebracht :-). Und wir hoffen, er ist heil nach Hause gekommen. Denn wir haben bis jetzt noch nichts von ihm gehört. Er war also unser Oberosterhase! Toshi und Legin als Unterosterhasen verkleidet, haben am selben Tag noch die Teile verbaut. Am nächsten Tag ging es im Regen Richtung Quito und Äquator los. Habe ich schon erzählt, das wir hier Regenzeit haben, es 19 ° kalt (auf dem Pass waren es 9° C) ist und es sich dann gar nicht soooo gut anfühlt? Ja, dann habe ich es hiermit jetzt getan. Und Regenzeit bedeutet, dass es immer wieder wie aus Eimern schüttet und wenn man nicht gerade unter irgendetwas steht, wird man in Sekundenschnelle nass bis auf die Knochen.


Den Äquator haben wir genommen, und es ging in unfassbare Landschaften. Leider waren die ganz hohen Berge in Wolken gehüllt, doch es ist alles so grün und es gibt wundervoll bunte Blumen zu sehen neben mächtigen Wasserfällen direkt neben der Strasse. Außer einigen doch tiefen Löchern und halb abgerissenem Asphalt war es ein traumhafte Strasse bis zum 4000m Pass. Equador zeichnet sich durch irre hohe Berge aus, und wir sahen das erste Mal einen schneebedeckten Berg! Bisher hatten wir noch nicht so ein unglaubliches Auf und Ab der Strassen wie hier. 


Also alles in Allem freut sich Toshi wie ein Kind über den neuen Endantrieb. Jetzt braucht er bei sehr schlechten Strassen die Kupplung nicht mehr zu quälen. Und seitdem der Luftfilter gereinigt ist, hört sie sich auch wie andere 1200 GS an. Sie kriegt halt jetzt Luft!


Heute haben wir dann den größten Handwerkermarkt Südamerikas in Otavallo besucht. Leider hat es geregnet, und die Stände wurden auf- und abgedeckt. Doch sahen wir wundervolle Farben und wärmende Kleidung aus Alpaca gestrickt. Ich hätte mich tot kaufen können. Von schwarz-weiß die Männer bis dazu grellbunte Strickereien bei den Frauen als Ergänzung. Die Trachten der Indigenas sind einfach wundervoll. Es ist ein Markt zu dem die Stämme in den Bergen kommen und ihre Ware anbieten. Wie gesagt: Hätte es nicht immer wieder geschüttet, wir wären noch ein bisschen länger geblieben.


Ihr Lieben! Ich wollte Euch nur kurz auf dem Laufenden halten. Die nächsten Tage werden wir wohl mehr reisen, denn schreiben. Wir küssen und umarmen Euch!


Heike und Toshi

Galerie Kolumbien und Nueva Loja, Equador

Datum: Dienstag, 16. April 2019, Position: Hotel Selva real in Nueva Loja, Stimmung: Gut!

Regentag in Nueva Loja

Toshi nach dem Schrauben
Toshi nach dem Schrauben


Ihr Lieben, Guten und Schönen!


Regenzeit, Bastelzeit! Heute ist ein regnerischer Tag, der sich ausgesprochen gut für das Erlernen von Neuem eignet! 


Jetzt weiß ich wie Bildergalerien erstellt werden können. Damit auch Facebookscheue und  Facebookverweigerer in den Genuss unserer Bilder kommen, habe ich ein paar Impressionen aus Kolumbien zusammen gestellt. Gerade aus dem für uns schönsten Reiseabschnitt unserer Kolumbienreise gibt es aufgrund der Wetter-, vor allem aber der Straßenverhältnisse kaum Bilder. Das ist sehr bedauerlich!


Ach, und heute ist ein aufregender Tag. Denn Stefan ist mit den Ersatzteilen nach Quito unterwegs und Legin auch. Beide sind im gleichen Hotel eingecheckt und um 8h zum Frühstück verabredet, obwohl sie sich nicht kennen. Einer wird eine Blume im Haar als Erkennungszeichen tragen! Wäre ungewöhnlich, wenn gleich zwei westlich aussehende Männer mit Blumen im Haar im Frühstücksraum säßen! Das ist ein Witz! Äh, beide haben kaum Haare, sagt Toshi grad. Na, ist ja auch egal. 


Wusstet ihr, das wir nur wenige Kilometer vom Äquator weg sind? Ich jetzt auch!


Und noch was: heute sind wir auf den Tag genau neun Monate unterwegs. Kaum zu glauben!


Gute Nacht euch allen! Wir lieben und vermissen euch!


Heike und Toshi

Datum: Freitag, 12. April 2019, Position: Hotel Selva real in Nueva Loja, Stimmung: Gut!

Die Q (Kuh) ist beinahe vom Eis

Wundervolles Kolumbien!
Wundervolles Kolumbien!

¡Hola!


Ihr Guten, Schönen und Lieben, wo immer ihr seid!


Nachdem wir vergangenen Dienstag den Schaden gesichtet, mit Leggin und Freunden in Deutschland per email und whattsapp unser Problem wieder und wieder besprochen hatten, posteten wir in sämtlichen sozialen Netzwerken, das wir entweder ein gebrauchtes oder neues Ersatzteil für die Q (Kuh, sprich für die Dicke) brauchen. Eine Flut von Hilfsangeboten aus Equador, Kolumbien und von überall auf der Erde erreichte uns zwei Tage lang. Wir kamen uns vor wie in einer Kommandozentrale, in der alle Informationen gesammelt, gesichtet und dann nach Nützlichkeit sortiert werden. Neben dem, das die Hilfsbereitschaft überwältigend war, war es ein schwieriges Unternehmen, zu entscheiden, welcher Fährte wir nun folgen. Über den Dienstag und Mittwoch hinweg, wechselte die Strategie fast stündlich. Irgendwann erfuhren wir auch, das Equador nur Neuteile akzeptiert und durch den Zoll läßt. Also kamen Gebrauchtteile gar nicht mehr in Frage. Das erleichterte das Ganze auf der einen Seite, auf der anderen Seite durchaus nicht. Wie also an Neuteile kommen außer 4 Wochen zu warten und 4000 US Dollar nur für das Teil zu zahlen? 


Wir bekamen am Mittwoch dann ein seriöses Angebot von Court, dem Chef von Ecuador Freedom Bike Rental. Übrigens prima Jungs, im Netz hoch beworbene BMW Werkstatt und Motorradtourenanbieter in Quito. Also nur für den Fall, jemand braucht mal eine BMW Werkstatt in Quito. LOL! Oder möchte sich ein Motorrad leihen oder eine Tour buchen. 


Er bot uns an, das er das Neuteil in den USA bestellt, und ein Motorradtourenteilnehmer aus New Jewsey, der am 20. April nach Quito kommt, könne das Ersatzteile mitbringen. Wir müssten nur einen Laster finden, der uns und das Gespann nach Quito zur seiner Werkstatt bringe. Ein Lichtblick! Nur 10 Tage warten und “nur” 2300 US Dollar für das Ersatzteil zahlen. 


Klar, überlegten wir inzwischen auch, ob jemand aus Deutschland mit in Deutschland erworbenen Ersatzteilen nach Quito fliegen und uns die Teile bringen. Ralph, unser Seitenwagenbauer, Jojo und Mike begannen sich ebenfalls ins Zeug zu legen, die Teile zu besorgen, und nach Transportmöglichkeiten zu suchen. Tausend Dank, Jungs! 


Tja, und dann sichtete ich noch einmal alle Kommentare auf Facebook und fand den Kommentar von Stefan Knopf von Kopftours aus Heidelberg, der unser Bike am 16. Juli 2018 nach New York verschiffte. Er bot uns an, die Teile zu besorgen, und sie nach Quito zu fliegen. Da seine Saison jetzt erst beginnt, er das Fliegen liebt, und in der Not gerne hilft (hatte mal ein ähnliches Problem in Südamerika), würde er das machen, wenn wir ihm den Flug zahlen. Er wolle sonst Nichts dafür. Er könne auch noch andere Dinge mitbringen, wie Tee oder so. Sein Flug geht kommenden Dienstag und Leggin, der mit uns reist, wird die Teile in Quito in Empfang nehmen und sie hierher bringen. Stefan fliegt am Tag drauf wieder nach Deutschland. Stefan, Du hast bei uns einen Wunsch auf Lebenszeit frei! 


Toshi und Leggin werden die Teile dann selbst verbauen. Überhaupt hat sich Toshi geschworen, nie wieder jemanden an sein Motorrad zu lassen. NIE WIEDER!


Nun es ist sicher nicht die billigste Lösung, aber in unseren Augen die Beste. Denn jetzt bekommt die Dicke neben dem Endantrieb auch einen neuen Kardan, die erstens bei 100000 km gerne mal schlapp machen (die Dicke ist jetzt bei 80000 km). Zweitens kann es sein, das der Kardan durch den Schaden am Endantrieb in Mitleidenschaft gezogen wurde. 


Ich bestand darauf, einen neuen Kardan zu kriegen. Wollte ich nicht in Peru mit einem kaputten Kardan genauso dastehen wie jetzt. Denn langsam entwickelt sich unsere Weltreise zu eine Reparaturweltreise in schönen Landschaften mittels unfassbarer Hilfsbereitschaft und Kontakten zu Einheimischen, wie man sie wohl selten so vielzählig hinkriegt, wenn nicht die Dicke dauernd bocken würde. Hat ja auch was!


Na und anscheinend das Allerbeste an dem Endantrieb ist, das es ein ein neues Winkelgetriebe in der Polizeiausführung, mit reduzierter Übersetzung ist. Besser für Kupplung und Leistungsentfaltung mit Seitenwagen. Die Dicke wird es dann leichter haben, uns um die Welt und nach Hause zu bringen. Nebenbei werden auch noch Ersatzteile für unser Gasproblem mitgeliefert, denn das ist neben der Endantriebsstory und der Blockadengeschichten völlig untergegangen. 


Es trat auf nachdem wir Filandia verlassen hatten. Die Dicke hatte bei einer bestimmten Drehzahl Fehlzündungen und nahm das Gas nicht richtig an, was blöd beim Überholen, besonders am Pass mit Haufenweise Lastkraftverkehr war. Zunächst schoben wir es auf den grottenschlechten Sprit in Kolumbien. Aber nachdem Oktanbooster und Reinigungsmittel nichts brachten, wechselten wir die Zündkerzen. Auch nicht besser. Toshi ließ mit einem Programm auf dem PC Fehler auslesen, und es wurden Fehler von einem Sensor, der wohl im Auspuff sitzt, gemeldet. Wenn jetzt nicht der Luftfilter völlig verdreckt ist, ist es wohl dieser Sauerstoffsensor, die aber wohl normalerweise nach einer Zeit kaputt gehen. Also bringt Stefan auch die mit! 


Ja, und dann ist die Dicke runderneuert, was die schlimmen Teile am Motor angeht, die unserer Weiter- und Heimreise im Wege stehen könnten. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie viele schwere Brocken von unseren Herzen gefallen sind. Erleichterung pur! 


Toshi und Leggin nutzen jetzt die Zeit, um an Leggin’s Bike “Ami” zu arbeiten. Wir sortieren Zeug aus, das mit Stefan nach Deutschland geht und bringen alles Mögliche auf Vordermann! Ach, und ein Ölwechsel steht auch an. Übrigens der Luftfilter sah aus wie Schwein. Wieder einen Schtitt weiter!


Also in diesem Sinne: Happy days! Wir lieben und vermissen Euch!


Heike und Toshi

Datum: Mittwoch, 10. April 2019, Position: Nueva Loja, Equador, Stimmung: Ging schon besser!

Wer Abenteuer sucht, kriegt auch welche!

Ruhig Gelbe! Kuh im Viehlaster.
Ruhig Gelbe! Kuh im Viehlaster.

Ihr Lieben, Schönen und Guten! 


Wir sind vorgestern gesund und erschöpft in Equador angekommen. Das ist das Gute. Doch der Weg hierher war mühsam und schwer. 


In der Zwischenzeit sind alle Straßen nach Equador blockiert. Keiner kommt mehr durch. Nachdem der Präsident sich aus Sicherheitsgründen nicht in der Öffentlichkeit mit den Indigenas zusammen setzen wolltn, gab es im ganzen Land Aufrufe zu Protesten. Es scheint sich also zuzuspitzen. Genau zur richtigen Zeit raus. 


In den letzten Tagen ergriffen uns wieder und wieder die Zweifel, ob das, was wir tun, überhaupt durchführbar ist; ob wir das körperlich und mental schaffen; ob der Beiwagen nicht zu schwer ist für die Straßen, die wir hier fahren müssen. Wir diskutierten es jeden Abend: Nigel, Toshi und ich.


Das war aber bevor die Beiden das Getriebe geöffnet hatten. Jetzt ist ziemlich klar, das weder der Beiwagen noch das Motorrad schuld sind. Letztenendes ist es wohl auch eine Konsequenz des ursprünglichen Problems mit der Kupplung und des Getriebelagers, das wir ja schon in Cabo San Lucas Mexiko hatten, und welches am Ende auf den BMW Service in Mannheim zurück geführt werden kann, denn die Kupplung war ja von denen frisch gewechselt bevor wir unsere Reise angetreten sind. 


Denn: Unser Endantrieb am Motorrad hat sich unter laut starkem Rasseln, Klack-, Schlag- und Mahlmgeräuschen verabschiedet. Grauenhaft anzuhören. Nachdem wir das Hinterachsgetriebe offen hatten, sahen wir, das kein Tropfen Öl im Hinterachsgetriebe war und am ABS Sensor (Magneten) einen Haufen Metallspäne hing. Das war kein gutes Zeichen. Wir gehen davon aus, das die Mechaniker in Cabo Toshi’s Anweisung, Öl in den Endantrieb nachzufüllen, nicht beachtet haben, und wir quasi mit minimalem Restöl 10000 km gefahren sind. Das Restöl ist dann quasi verdampft, und die Zahnräder haben sich gegenseitig zermahlen. 


Jetzt suchen wir zusammen mit unglaublich Vielen der weltweiten Reisendencommunity, die wir zum größten Teil gar nicht kennen, und unseren Freunden zu Hause nach einer Lösung. In Equador würde das Ersatzteil 4000 US Dollar kosten und hätte 4 Wochen Lieferzeit. Das würden wir selbstverständlich gerne vermeiden. Wir fühlen uns, ob der Unterstützung, zutiefst berührt und dankbar. Es kommt mir wie ein Flash back vor. Das hatten wir schon einmal während dieser Reise vor 5 Monaten.


Aber nun folgt erstmal Nigel’s Beschreibung unserer letzten Tage seit wir Cali verlassen hatten. Und weil wir es nicht besser beschreiben könnten, haben wir seinen Text, der allerdings in English ist, mit seiner Erlaubnis übernommen. Ich hoffe, das ist ok!


““SOUTH WEST COLOMBIA UPDATE: As of today the alternative route from Popayan to Cali has been closed after failed negotiations with the indigenous leaders. There was a number of deaths today near Suarez and police and guerilla groups remain active in the area. Threats have been made by paramilitary groups to indigenous leaders. The last service station in popayan closed last night, now there is NO petrol in this city at all, even if prepared to wait hours. Bus services have been halved and taxi service is limited. (on the bright side if you have petrol, traffic is fantastic around the city) Schools are closing due to the petrol crisis. Intermittent blocks are occurring around Timbio, although generally the pan American remains open between Popayan and Pasto to the South.


Food is limited in some retailers in Popayan however supplies excluding chicken and eggs are available in Jumbo – Campanario. Also…. no beer left on tap in BBC (Bogota Brewing Company).”


The report above was the latest information we had, it seemed the situation was escalating, people are dying, serious clashes between armed protesters and armed police. A bus was set on fire with people in it!  


So we headed north yet again to either try the Neive side of the mountains, which had been blockaded but people say may now be open, or fly to Leticia and sail down the amazon into Brazil.


After a lot of debate, we decided to give the road a go,  some bits were good roads, some bits were incredibly slow going, including going over that 10,000 ft high pass with all the slow trucks for the 4th time, when we got to within 2 days of the border we had incredibly heavy rain in the night, and when we got on the road we found a road covered with massive rim shatteringly deep potholes, which had to be weaved around, Toshi on the sidecar had to find a double track through them,  then we came across probably 30 or more landslides caused by the rain, some were small and only covered half of a lane, others covered the whole road, and were being cleared by the locals with shovels and wheelbarrows, women and kids were shovelling too (only one road down there, so no open road equals no food), a days ride covered only 87 miles, this was tarmac, yet dirt roads are usually faster than that. We had been told that the road had been closed for several days about 2 weeks previously due to a massive landslide, we came across the remains of it, a huge pile of mud and massive rocks some bigger than cars, piled up beside the road and still covering one lane, must have brought in  some serious equipment to clear that, some of those rocks must have exceeded 30 tonnes.


Heiki and Toshi had been having problems with the sidecar outfit, firstly a misfire and loss of power under acceleration, then a grinding noise and vibration appeared, we decided it was coming from the diff/driveshaft area, so a roadside fix was impractical, we therefore agreed to limp on and hope for the best,  we got to within 20 miles of the border when it lost drive altogether.
We stopped outside what we thought was a derelict house, and were deciding what to do when the resident of the apparently not so derelict house turned up on a little motorbike, after a fair discussion between him and Toshi, who’s spanish is thankfully much better than mine, the man set off to get some friends with a cattle truck. Quite a while later the truck appeared but was obviously much too small, so the driver phoned a friend (i guess he’d already used his 50/50 and had asked the audience) and the friend duly appeared with a much bigger truck, with the help of 4 locals and a very steep driveway we managed to get the outfit onto the truck, and away we trundled to the border with H&T in the cab and me following behind.


So after 5 days on the road we actually got to the border at San Miguel, but the next problem was getting the outfit off the truck. We tried to get another truck to take us further into Ecuador, but no-one was available on a sunday afternoon, so Toshi and I abandoned Heiki and the van driver beside the road, and went on my bike to the customs and immigration building 2 miles further up the road into Ecuador, hoping to get the paperwork done at least.  We managed to thread our way through hundreds of Venezuelan refugees who were living and sleeping outside the immigration building, and got ourselves signed out of Colombia which was a huge relief as my visa ran out that day! Unfortunately they refused to sign Heiki out unless she was present, so we went next door to the customs office to cancel the Colombian TIP’s for the bikes, only to find it closed 15 minutes ago. So back to Heiki and the driver, and got him to take us the 2 miles up to the border post, where we unloaded the outfit onto a high bank in a truckstop, and got a couple of rooms in a place that i cannot possibly call a hotel, it was definately the most basic place any of us had stayed in, but they had food and beer, so all was well, if not a little muddy.


So to sum up the situation: We had a seriously broken down sidecar outfit stuck on a muddy bank, Heiki and both bikes were in the wrong country according to her visa and the TIP’s, Toshi and I had signed out of Colombia, but not signed into Ecuador, so we were, at that point illegal aliens for both countries, and the only accomodation we could get to was definatelt not the Ritz.  But there was beer at least!


Next day we walked and wheeled(Heiki) across to the immigration building, and in under an hour were all legal again. 


After a morning of stopping trucks and trying to scrounge a lift in exchange for “mucho dolares”, we gave up and decided there was one spot where we could possibly push the sidecar down off the bank, and then we (Ami and I) would attempt to tow the BMW 1200 and sidecar, along with Heiki and Toshi, all their travel luggage, and the wheelchair,  the 26 kms to the nearest town.
So here we are in a reasonable hotel in Nueva Loja, Ami did a heroic job pulling herself, a bike of the same size, a sidecar, 3 people, 3 persons RTW travel gear and a wheelchair for 26 kms, and did it in under an hour.


Today we stripped the wheel and diff (Hinterachsgetriebe) off the bike, to find the diff was completely dry, no oil in it at all. It transpires that the garage that repaired the gearbox back in Cabo San Lucas in Mexico had said to Toshi, oh we spilled a bit of oil from the diff, but only a drop, it will be fine, yet now the diff is empty except for a mass of ground down metal, yet we kept checking there were no leaks, so it must have been a very big drop they spilled. So now to find another diff and somehow get it shipped here.”


Ja, genauso war es. Das Beste aber war, das einen Tag später als wir Cali verlassen hatten, die Panamericana für 3 Tage wieder frei befahrbar war. Das Problem mit dem Hinterachsgetriebe wäre irgendwann sowieso aufgetreten. 


Wir sind also von Cali nach Armenia, von Armenia nach La Espinal, von dort nach Pitalito, von Pitalito nach südlich von Mocoa ins Hostal Samay und dann bis zu Grenze San Miguel gefahren. Insgesamt 4 Übernachtungen und unsere Herausforderer waren die Zeit, die Straßenverhältnisse und der schüttende Regen. In den wenigen Momenten, die ich mich nicht voll auf die Strasse konzentrieren musste (Toshi musste immer), konnte ich nebenbei den schönsten Regenwald mit tausenden von exotischen Pflanzen, vollhängende Kakao- und Mangobäume, laute Urwaldgeräusche, unbekannte Vogelgesänge und schwül-heiße Luft wahrnehmen. Aufgrund der Überschwemmungen der Strassen ist das ein oder andere Mal soviel Wasser über mich ergossen, das ich in einer Pfütze saß. Sehr angenehm! 


Unter anderen Umständen ist das Bereisen dieser Gegend wohl ganz wunderbar! Es ist mit einer der schönsten Gegenden, die ich bisher auf unserer Reise gesehen habe. Die Menschen sind unglaublich neugierig, und wenn wir irgendwo länger standen, versammelten sich Trauben um uns herum. Toshi wurde häufiger von den Landmännern gefragt, warum er so eine unnütze Frau nicht gegen eine eintauscht, die laufen und arbeiten kann. Ja, pragmatisch dieses Männervolk! 


Fleisch ist das Hauptnahrungsmittel neben Reis, gekochten, gebratenen oder gegrillten Bananen, gekochtem Yucca, Maisfladen und so’ne Art Maiswaffeln wie wir sie im Bioladen kaufen. Eine Spezialität ist hier gegrilltes Meerschweinchen. Und zu Mittag wird typischer Weise ein Gericht bestehend aus Suppe, Hauptspeise mit Reis und den oben genannten Beilagen und Limonade für 3 bis 5 Dollar angeboten. Oft super lecker und für den Tag sättigend! 


Ihr Lieben! Da wir gerade viele Entscheidungen bis morgen getroffen haben müssen, beende ich jetzt den Blogeintrag! Wir lieben und vermissen Euch!


Heike und Toshi

awillandaway.de

Reisen mit Motorrad und Rollstuhl, wie geht das? Wir probieren es aus und berichten.

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